manuskripte

Pressemeinungen

Zum 40. Jahre Jubiläum der manuskripte aus dem WDR 1 Hörfunk:

Als im November 2000 die Grazer manuskripte 40 Jahre alt wurden und zugleich deren 150. Ausgabe erschien, stellte Alfred Kolleritsch, über all die Zeit der verantwortlichen Herausgeber und Redakteur, im Editorial die rhetorische Frage, ob die wenig geachteten Literaturzeitschriften nicht vielleicht doch, hochgemut gesprochen, etwas vom “Geist der Literatur” und von der “Freiheit des Schreibens” aufbewahrten. Sind sie nicht, meinte er, “Archive für die Zukunft?”

Vorausgegangen war die Nummer 149 mit einer umfangreichen Dokumentation, die deutlich machte, wie eng die manuskripte vor allem mit der avancierten österreichischen Poesie der Wiener und der Grazer Gruppe verknüpft sind und wie genau sie als eine Art deutschsprachige Literaturgeschichte der letzten 40 Jahre gelesen werden müssen.

Selbst das unvermeidliche Altern der Avantgarden hat zu keiner Qualitätseinbuße geführt. Denn immer wieder gelingt es Kolleritsch, obwohl er keine Honorare zahlt, blutjunge AutorInnen an abenteuerlich wechselnden Wohnsitzen aufzuspüren und deren Gedichte und Prosa mutwillig unter die Texte der längst Etablierten zu mischen.
Nach wie vor ist man dem poetischen, mehr auf Sprache und Rhythmus als auf eine spannende Handlung bezogenen Schreiben verpflichtet. So zählen die manuskripte auch in ihrem 41. Jahrgang zu den vier, fünf lebendigsten unserer Literaturblätter.

Michael Buselmeier, WDR 1